Als unser Lars seinen Bewerbungsbogen ausfüllte, saß ich daneben und stellte fest: Die wichtigste Frage stand nirgendwo. Wo wirst du stationiert? Wo werden wir dich besuchen? Wie weit ist das von Brilon weg?
Als der Brief mit dem Einberufungsbescheid kam, las ich „Standort: Munster“ — und dachte einen Moment lang ernsthaft, mein Sohn käme nach Münster in Nordrhein-Westfalen, also eine Stunde von uns weg. Es gibt nämlich zwei Munster. Eines schreibt sich „Münster“ mit Umlaut und liegt in NRW. Das andere schreibt sich „Munster“ ohne Umlaut und liegt in Niedersachsen, vier Stunden Autofahrt von uns. Lars kam ins zweite. Ich hab eine Stunde mit Google Maps verbracht, um das überhaupt zu kapieren.
Wenn auch Sie als Eltern gerade vor diesem Einberufungsbescheid sitzen oder noch davor — dieser Artikel ist für Sie. Ich erzähle, wie die Bundeswehr Standorte vergibt, was Ihr Kind beeinflussen kann und was nicht, wie Versetzungen ablaufen und wie wir es geschafft haben, dass Lars nach vier Jahren näher zur Familie kam.
Wie viele Standorte hat die Bundeswehr?
Die Bundeswehr betreibt rund 240 militärische und zivile Liegenschaften in Deutschland — also Kasernen, Standorte, Schulen, Bundeswehrkrankenhäuser, Verwaltungseinrichtungen. Das klingt viel. Bedeutet aber nicht, dass alle Standorte gleich verteilt sind.
Sie konzentrieren sich auf bestimmte Bundesländer:
- Bayern: sehr viele Heeres-Standorte (Feldkirchen, Roding, Hammelburg, Pfreimd, Ingolstadt, Bad Reichenhall, Mittenwald)
- Niedersachsen: Schwerpunkt Heer (Munster, Munster-Lager, Hannover, Faßberg, Wunstorf, Rotenburg)
- Schleswig-Holstein: Marine + Heer (Kiel, Eckernförde, Plön, Appen)
- Mecklenburg-Vorpommern: Marine + Heer (Rostock, Hagenow, Torgelow)
- Nordrhein-Westfalen: Heer + Streitkräftebasis + Verwaltung (Augustdorf, Düsseldorf, Köln, Münster)
- Sachsen / Sachsen-Anhalt / Brandenburg / Thüringen: Heer + Logistik (Marienberg, Erfurt, Storkow, Berlin, Strausberg)
Was heißt das für Sie als Eltern? Wenn Ihr Kind sich entscheidet, zur Marine zu gehen — dann wird es im Norden stationiert. Wenn es zum Heer geht und gerne in den Bergen sein möchte — dann landet es eher in Bayern. Die Truppengattung bestimmt also schon viel von der Region.
Wer entscheidet, wo mein Kind hinkommt?
Das ist die Frage, die mich am meisten beschäftigt hat. Die kurze Antwort: Es ist ein Zusammenspiel aus drei Faktoren.
1. Die Personalführung der Bundeswehr
Die Personalführung ist die Stelle, die letztlich entscheidet, wo Ihr Kind eingesetzt wird. Sie verwaltet die Stellen — also die offenen Dienstposten. Jede Truppengattung hat ihre eigene Personalführung. Die Personalführung schaut: Welche Stellen sind frei? Welche Eignung hat das Kind? Welche Spezialisierung wurde ausgebildet?
2. Die Truppengattung und Verwendung
Wenn Ihr Kind beim Bewerbungsgespräch sagt „Ich möchte zum Heer in die Pioniertruppe“ — dann beschränkt das die möglichen Standorte automatisch auf die Standorte, an denen Pioniertruppen stationiert sind. Bayern und Brandenburg z. B. Wenn es heißt „zur Marine, U-Boot-Verwendung“ — dann nur Eckernförde. Nordrhein-Westfalen oder Bayern fallen automatisch weg.
3. Die Wünsche Ihres Kindes — soweit möglich
Im Bewerbungsbogen kann Ihr Kind bis zu drei Wunsch-Standorte angeben. Aber Achtung: Wünsche sind Wünsche. Keine Garantie. Wenn an Wunsch-Standort 1 keine Stelle frei ist, geht der Blick zu Wunsch 2 oder 3 — oder, wenn dort auch nichts ist, zum nächstbesten Standort, an dem die Verwendung möglich ist.
In Lars' Fall hatten wir „Augustdorf“ als Wunsch eingetragen, weil das näher an Brilon liegt. Es hat geklappt — aber erst nach der Grundausbildung. Die Grundausbildung selbst war in Munster. Mehr dazu im Abschnitt zur Grundausbildung.
Standortwünsche im Bewerbungsbogen — was wirklich zählt
Im Bewerbungsbogen gibt es ein Feld für Standortwünsche. Mein Tipp aus unserer Erfahrung:
Tragen Sie wirklich nur das ein, was Sie wollen
Wenn Ihr Kind nur Augustdorf will und nichts anderes — dann nur Augustdorf eintragen. Wenn Ihr Kind sagt „eigentlich egal, hauptsache nicht weiter weg als 200 km“ — dann tragen Sie drei Standorte ein, die alle in dieser Entfernung liegen.
Fragen Sie nach Stellen-Verfügbarkeit
Im Karriereberatungsgespräch (vor der Bewerbung) und im Einplanergespräch (nach dem Assessment) können Sie konkret fragen: „Sind aktuell Stellen am Standort X frei?“. Der Berater kann das einsehen. Das ist kein Geheimwissen.
Realistisch sein
Manche Standorte sind hart umkämpft. Beispiele: München, Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart. Wer sich dorthin wünscht, sollte einen Plan B haben. Wenig nachgefragte Standorte sind oft gerade die, wo die Bundeswehr Bedarf hat — z. B. ländliche Garnisonen in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern.
Familienstand und soziale Gründe nennen
Wenn Sie als Familie besondere Umstände haben — z. B. ein zu pflegender Großelternteil, jüngere Geschwister, die das Kind als Bezugsperson brauchen — dann kann das in der Bewerbung erwähnt werden. Es ist kein Garantieschein, aber die Bundeswehr berücksichtigt soziale Gründe, soweit es ihr möglich ist.
Truppengattung bestimmt die Region
Hier ein kurzer Überblick, welche Truppengattung wo schwerpunktmäßig stationiert ist. Das hilft Ihnen, mit Ihrem Kind realistisch über Standortwünsche zu sprechen.
Heer
- Schwerpunkte: Bayern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Baden-Württemberg
- Beispielstandorte: Augustdorf (NRW), Munster (NS), Hammelburg (BY), Marienberg (SN), Roding (BY), Stetten am kalten Markt (BW), Hagenow (MV)
- Truppengattungen Heer: Panzertruppe, Panzergrenadiere, Jägertruppe, Fallschirmjäger, Gebirgsjäger, Pioniere, Artillerie, Heeresflieger, Aufklärungstruppe
Luftwaffe
- Schwerpunkte: Standorte in der Nähe von Flugplätzen — bundesweit verteilt, aber begrenzte Anzahl
- Beispielstandorte: Wittmund (NS), Laage (MV), Büchel (RP), Holzdorf (BB), Kalkar (NRW), Köln-Wahn (NRW), Manching (BY)
- Truppengattungen Luftwaffe: Fliegerische Verwendungen, Flugabwehrraketen, Objektschutz, Führungsdienste
Marine
- Standorte ausschließlich an Nord- und Ostsee
- Hauptstandorte: Kiel (SH), Wilhelmshaven (NS), Eckernförde (SH), Rostock (MV), Plön (SH)
- Truppengattungen Marine: Überwasserstreitkräfte, U-Boot-Streitkräfte, Marineflieger, Seebataillon
Streitkräftebasis (SKB)
- Verteilt über ganz Deutschland — Logistik, ABC-Abwehr, Feldjäger, Sanität, Militärmusik
- Beispielstandorte: Wilhelmshaven, Mainz, Garlstedt, Köln, Rheine, Eckernförde
Cyber- und Informationsraum (CIR)
- Schwerpunkt Bonn, Berlin, Rheinbach (NRW), Euskirchen (NRW), Mayen (RP)
- IT-Spezialisten, Cyber-Abwehr, ggf. Aufklärung
Sanitätsdienst
- Bundeswehrkrankenhäuser: Berlin, Hamburg, Koblenz, Ulm, Westerstede
- Sanitätszentren bundesweit verteilt
Grundausbildung und Stamm-Standort: Oft verschiedene Orte
Das ist der Punkt, der bei uns für Verwirrung sorgte. Lars wurde nach Munster (NS) zur Grundausbildung einberufen. Wir dachten: aha, Munster für die nächsten Jahre. Falsch gedacht.
So funktioniert es
Die meisten Soldatinnen und Soldaten durchlaufen zwei Stationen, bevor sie an ihren Stamm-Standort kommen:
- Allgemeine Grundausbildung (AGA) — die ersten drei Monate. An einem AGA-Standort, der für eine Region zuständig ist (z. B. Munster für Norddeutschland, Hammelburg für Süddeutschland, Roding für Bayern).
- Spezielle Grundausbildung (SGA) oder Fachausbildung — die nächsten drei bis sechs Monate. Beim Heer oft am Stamm-Standort. Bei Luftwaffe / Marine / SKB oft an einer Bundeswehr-Schule (z. B. Marineschule Mürwik bei Flensburg, Luftwaffenausbildungsbataillon Germersheim, Sanitätsschule).
Beispiel Heer
- Drei Monate AGA in Munster (NS)
- Drei Monate SGA in Augustdorf (NRW) — gleichzeitig schon der Stamm-Standort
Beispiel Marine
- Drei Monate AGA in Eckernförde oder Wilhelmshaven
- Vier bis sechs Monate Marineschule Mürwik
- Dann Stamm an einem Marinestützpunkt (Kiel, Wilhelmshaven, Eckernförde, Rostock)
Beispiel Luftwaffe
- Drei Monate AGA an einem Luftwaffen-Standort (z. B. Wunstorf, Jever)
- Mehrere Monate Fachausbildung an einer Schule
- Dann Stamm an einem Geschwader-Standort (Wittmund, Laage, Büchel, Köln-Wahn)
Was bedeutet das für Sie als Eltern?
Es bedeutet: Wenn Sie auf der Karte den AGA-Standort sehen — atmen Sie kurz durch. Das ist nicht zwingend, wo Ihr Kind die nächsten Jahre verbringt. Schauen Sie sich AUCH den Stamm-Standort an. Den finden Sie im Einberufungsbescheid oder erfahren ihn spätestens nach der AGA.
Versetzungen: Wann, wie, warum
Sobald Ihr Kind am Stamm-Standort ist, ist die Sache nicht zwingend dauerhaft. Die Bundeswehr versetzt regelmäßig — aus dienstlichen Gründen.
Zwei Versetzungstermine pro Jahr
Versetzungen passieren zentralisiert zu zwei Terminen: 1. April und 1. Oktober. Ankündigung in der Regel sechs Monate vorher. Eine sogenannte Vororientierung kann auch schon ein Jahr im Voraus erfolgen.
Warum wird versetzt?
- Karriereentwicklung (Beförderung erfordert anderen Dienstposten)
- Lehrgänge (zeitlich befristet)
- Bedarf der Truppe (Stelle muss besetzt werden)
- Auf Antrag des Soldaten (Versetzungsantrag)
Wie hoch ist das Risiko, dass mein Kind versetzt wird?
Ehrlich? Während FWDL (Freiwilliger Wehrdienst, 6-11 Monate) oder kurzem SaZ (12-23 Monate) eher selten. Bei längerer Verpflichtung (SaZ 4 Jahre und mehr) deutlich wahrscheinlicher — alle 3-5 Jahre ist üblich. Bei Berufssoldaten gehört Versetzung zum Berufsbild.
Was passiert finanziell bei einer Versetzung?
Hier kommt das Trennungsgeld ins Spiel. Mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel zum Trennungsgeld Bundeswehr. Kurz: Wenn Ihr Kind mehr als 30 km vom alten Wohnort entfernt versetzt wird, gibt es Geld — entweder für Pendeln oder für eine zweite Wohnung am neuen Standort.
Heimatnahe Verwendung — geht das?
„Können Sie nicht meinen Sohn näher nach Hause stationieren?“ — diese Frage habe ich mehrfach gestellt. Die Antwort: Ja, manchmal. Aber es ist kein Anspruch.
Was ist eine heimatnahe Verwendung?
Eine Verwendung in geografischer Nähe zum Wohnort der Familie. Was „nah“ ist, definiert die Bundeswehr nicht starr. In der Praxis: Pendelbar an Wochenenden, also bis ca. 300 km Entfernung.
Wann hat man Chancen?
- Soziale Gründe: Pflegebedürftige Eltern, alleinerziehender Elternteil, behinderte Geschwister
- Eigene Familie des Soldaten: Ehepartner mit ortsgebundenem Beruf, schulpflichtige Kinder
- Gesundheit: Therapie, die nur an einem bestimmten Standort möglich ist
- Persönliche Härtefälle: Tod eines Familienmitglieds, schwere Erkrankung
Wie wird beantragt?
Über die Personalführung. Antrag schriftlich — mit Begründung und ggf. Nachweisen. Der Vorgesetzte gibt eine Stellungnahme ab. Die Personalführung entscheidet.
Was Lars getan hat
Nach vier Jahren in Augustdorf — also schon nahe genug bei uns — wollte er noch näher. Er hat einen Versetzungsantrag mit Begründung „Familienangehörige im Pflegefall“ geschrieben (mein Mann hatte einen Schlaganfall). Beim ersten Anlauf abgelehnt — keine Stelle frei. Beim zweiten Anlauf, ein Jahr später, hat es geklappt. Er fand sogar einen Tauschpartner aus Bonn, der gerne nach Augustdorf wollte.
Geheimtipp: Tauschpartner suchen
Wenn an einem Wunschstandort keine reguläre Stelle frei ist, kann ein Tausch funktionieren: Ihr Kind sucht jemanden mit gleichem Fähigkeitsprofil, der gerne an den aktuellen Standort Ihres Kindes wechseln würde. Beide Anträge gleichzeitig stellen. Erhöht die Chance erheblich.
Wie oft kommt mein Kind nach Hause?
Das ist die Frage, die uns Eltern am meisten umtreibt. Die Antwort hängt von der Phase ab.
Während der Grundausbildung
- Erste Wochen (oft Woche 1-3): Kasernenpflicht. Heißt: Kind bleibt am Wochenende im Standort. Kein Heimaturlaub.
- Ab Woche 3-4: Erste Heimfahrten an Wochenenden möglich, sofern kein Wachdienst, keine Übung. Manche Ausbilder lassen Rekruten auch früher fahren, wenn alles gut läuft.
- Während der ganzen 12-13 Wochen AGA: ca. 8-10 freie Wochenenden, aber das schwankt stark.
Nach der Grundausbildung
- In der Regel jedes Wochenende frei (Freitagnachmittag bis Sonntagabend)
- Ausnahmen: Wachdienst (alle 3-6 Wochen einmal), Manöver (1-2 mal pro Jahr), Lehrgänge (mehrere Wochen)
- Urlaub: 30 Tage pro Jahr regulär, plus Heimreise- und Trennungstage
Heimfahrt finanziell
Ihr Kind bekommt für die Heimfahrten oft Unterstützung — beim Heer z. B. über den sogenannten eToken, ein Bahnticket-System. Das ist NICHT die BahnCard 100 (das war eine alte Regelung). Der eToken ist ein elektronisches Ticket, das Soldaten Bahnfahrten zwischen Standort und Wohnort ermöglicht. Verwirren lassen Sie sich nicht: BahnCard 100 ist Schnee von gestern — heute heißt das eToken.
Auslandsstandorte: Litauen, Kosovo, Niger
Hier ein kurzer Überblick zu den aktuellen deutschen Auslandsstandorten — Stand 2026.
Litauen — Brigade
Das große Thema seit 2024: Deutschland stationiert eine ganze Brigade dauerhaft in Litauen — rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten, dazu zivile Mitarbeiter. Hauptstandort ist Rudninkai nahe Vilnius, ein weiterer Standort Rukla bei Kaunas. Die Brigade soll bis Ende 2027 voll einsatzbereit sein — aktuell wächst sie schrittweise. Familien können mitziehen, es gibt Wohnraum, Familienbetreuung und deutsche Beschulung vor Ort. Das ist also kein klassischer „Einsatz“ mit zeitlicher Begrenzung, sondern eine Stationierung wie in Deutschland — nur eben in Litauen.
Kosovo — KFOR
Deutschland beteiligt sich seit 1999 an der NATO-Mission KFOR. Hauptstandort Camp Prizren / Camp Novo Selo. Dauer pro Einsatz: in der Regel vier bis sechs Monate. Familiennachzug nicht möglich.
Niger
Kleines deutsches Detachement in Niamey. Dauer pro Einsatz mehrere Monate. Familiennachzug nicht möglich.
Frühere Einsätze
Mali (MINUSMA): Ende 2023 endgültig beendet. Afghanistan (Resolute Support): seit 2021 beendet. Auch wenn diese Einsätze in Medien-Archiven noch auftauchen — sie sind nicht mehr aktiv.
Was Eltern wissen sollten
Ein Auslandseinsatz ist nicht der Standardfall. Die meisten Soldaten erleben in ihrer Dienstzeit zwischen null und zwei Auslandseinsätze. Es kommt stark auf die Truppengattung an. Wer in Litauen stationiert ist, ist quasi dauerhaft im Ausland — aber das ist eine Stationierung, kein Einsatz im klassischen Sinn.
Was wir Eltern tun können — und was nicht
Aus drei Jahren Erfahrung als Bundeswehr-Mutter — das hier sind die Dinge, die wirklich helfen:
Was wir können
- Karten zeigen. Nehmen Sie eine Deutschlandkarte und markieren Sie mit Ihrem Kind, welche Standorte realistisch sind. Schaffen Sie Bilder.
- Rechnen. Wieviel kostet ein Wochenende mit der Bahn? Wie lange dauert die Fahrt mit Auto? Was kostet eine Übernachtung, wenn wir das Kind besuchen?
- Fragen stellen. Beim Karriereberater im Karrierecenter, beim Einplaner. Konkret. „Was ist die typische Stellen-Auslastung in Augustdorf?“
- Geduld haben. Versetzungen brauchen oft mehrere Anläufe. Erste Bewerbung wird abgelehnt? Beim nächsten Termin neu versuchen.
- Zuhören. Wenn Ihr Kind plötzlich anders über den Standort spricht („eigentlich gefällt's mir hier“), nehmen Sie das ernst. Manchmal verändert sich die Perspektive.
Was wir NICHT können
- Den Standort beeinflussen, wenn die Bundeswehr eine andere Stelle braucht
- Direkt mit der Personalführung verhandeln (das macht der Soldat selbst)
- Eine Versetzung nach unseren Wünschen erzwingen
- Den Bewerbungsprozess für unser Kind führen (es ist sein Berufsweg)
FAQ — Die häufigsten Fragen
Kann mein Kind den Standort komplett selbst wählen?
Nein. Es kann Wünsche angeben, aber die finale Entscheidung trifft die Personalführung der Bundeswehr nach Bedarf, Eignung und freien Stellen.
Wie weit weg wird mein Kind voraussichtlich sein?
Das hängt stark von der Truppengattung ab. Wer flexibel ist und ländliche Standorte akzeptiert, hat höhere Chance auf Wunschstandort. Wer in einer Großstadt-Region wohnt, kommt oft auch an einen Standort in der Nähe.
Wann erfahren wir den Standort?
Vorläufig: Im Einplanergespräch nach dem Assessment (also vor dem Diensteintritt). Endgültig: Im Einberufungsbescheid, der einige Wochen vor Diensteintritt per Post kommt.
Können wir unser Kind in der Kaserne besuchen?
Ja, an besuchsoffenen Wochenenden und nach Absprache mit dem Vorgesetzten. Für die Vereidigungsfeier und besondere Anlässe gibt es spezielle Termine.
Wechselt der Standort oft?
Das hängt von der Verpflichtungszeit ab. FWDL bleibt meist am gleichen Standort. SaZ und Berufssoldaten erleben in der Regel alle 3-5 Jahre eine Versetzung.
Bekommen wir als Eltern den Standort mitgeteilt?
Direkt nicht — die Bundeswehr informiert nur den Soldaten. Aber Ihr Kind wird Ihnen den Standort sagen, weil Sie ihn ja besuchen wollen. Der Einberufungsbescheid liegt ohnehin bei den persönlichen Unterlagen.
Was ist, wenn der Standort sehr weit weg ist und wir das nicht möchten?
Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Wenn es selbst sehr unglücklich ist mit dem Standort, kann es einen Versetzungsantrag stellen — frühestens nach der Probezeit (in der Regel sechs Monate). Mit guten Gründen und etwas Geduld klappt das oft.
Quellen & weiterführende Links
- Liste der Bundeswehrstandorte in Deutschland (Wikipedia) — Übersicht aller Standorte (abgerufen 06.05.2026)
- Bundeswehrkarriere — Elternbereich — offizielle Eltern-Informationen
- Bundeswehr — Familie und Dienst — 32 Familienbetreuungszentren bundesweit
- BMVg — Ausbau Unterbringungsplätze — Infrastruktur-Programm
- Bundeswehr — Musterung — Auswahlverfahren
Wo wird mein Kind stationiert? — Begleiten Sie den Weg in der App
Die Frage „Wo wird mein Kind stationiert?“ lässt sich nicht in einem Satz beantworten — aber Sie haben jetzt das Werkzeug, um realistisch mit Ihrem Kind zu sprechen, die richtigen Fragen zu stellen und gemeinsam zu planen.
In der Soldatsein.app finden Sie alle Themen für Eltern an einem Ort: Bewerbungsprozess, Standorte, Gehalt, Grundausbildung, Versetzung. So sind Sie nicht allein, wenn Ihr Kind den Schritt zur Bundeswehr macht.
Bleiben Sie ruhig. Bleiben Sie neugierig. Stellen Sie Fragen. Ihr Kind macht das gut — und Sie auch.
— Melanie V.