Bundeswehr Dienstgrade: Vom Rekrut bis zum General erklärt

Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine ersten Rekruten in Feldkirchen fragend auf die Schulterklappen ihrer Kameraden gestarrt haben. Wer hat mehr Streifen? Was bedeutet dieser geschwungene Bogen? Und warum heißt der Typ da „Feldwebel", obwohl er gefühlt nicht viel älter ist als du selbst? Bundeswehr-Dienstgrade verwirren viele am Anfang — das ist vollkommen normal. Das System hat eine eigene Logik, und wenn du die einmal verstanden hast, liest du jede Schulterklappe auf einen Blick. In diesem Artikel erkläre ich dir alle Dienstgrade der Bundeswehr von der Mannschaft bis zum Vier-Sterne-General, inklusive Marine-Varianten, Sanitätsdienst, Besoldung 2026 und Anredeknigge. Stand: 01.06.2026.

So liest du die Bundeswehr-Hierarchie

Die Bundeswehr gliedert ihre Dienstgrade in fünf große Gruppen — von unten nach oben:

Gruppe Kurzform Besoldung Beispiel
MannschaftA 3 – A 6ZSchütze, Gefreiter, Korporal
Unteroffiziere ohne PortepeeUoPA 5 – A 7Unteroffizier, Stabsunteroffizier
Unteroffiziere mit PortepeeUmPA 7 – A 9ZFeldwebel bis Oberstabsfeldwebel
OffiziereOFA 9 – B 3Leutnant bis Oberst
Generale / AdmiraleB 6 – B 10Brigadegeneral bis General

Das Wort „Portepee" klingt altmodisch — es bezeichnet das Säbelgehänge, das historisch nur Offizieren und Feldwebeln zustand. Heute ist es rein symbolisch: Es trennt die Feldwebel-Laufbahn (UmP) klar von den Unteroffizieren ohne Portepee (UoP).

Wichtig für dich: Jede Gruppe hat eine eigene Laufbahn mit eigenen Voraussetzungen, eigener Ausbildung und eigenem Karrierepfad. Wer als Mannschaftssoldat einsteigt, landet nicht automatisch beim Feldwebel — dafür brauchst du eine separate Bewerbung und Eignungsfeststellung. Mehr dazu findest du unter Welche Laufbahn passt zu dir? und in unserem Artikel zu den Voraussetzungen für die Bundeswehr 2026.

Die Marine hat für fast alle Dienstgrade eigene Bezeichnungen — Matrose statt Schütze, Maat statt Unteroffizier, Bootsmann statt Feldwebel. Inhaltlich ist das System identisch, nur die Namen unterscheiden sich. Ich gehe bei jeder Gruppe gezielt auf die Marine-Varianten ein.

Mannschaftsdienstgrade: Vom Schützen zum Oberstabsgefreiten

Mannschaft ist der Einstieg. Hier fängst du an, egal ob als Freiwillig Wehrdienstleistender (FWD) oder als Soldat auf Zeit (SaZ). Der erste Dienstgrad richtet sich nach deiner Truppengattung:

Heer (Einstiegsdienstgrade, alle gleichwertig OR-1): Schütze, Grenadier, Jäger, Panzerschütze, Panzergrenadier, Panzerjäger, Kanonier, Panzerkanonier, Pionier, Panzerpionier, Funker, Panzerfunker, Sanitätssoldat

Luftwaffe: Flieger

Marine: Matrose

Alle diese Varianten sind exakt gleichwertig — A 3, NATO-Code OR-1. Die Bezeichnung hängt an deiner Verwendung, nicht an irgendeiner Hierarchie. Kein Jäger ist besser als ein Pionier.

📱 Tipp: Smartphone ins Querformat drehen

# Dienstgrad Heer Dienstgrad Luftwaffe Dienstgrad Marine BesGr. Mind.-DZ ab Eintritt
1Schütze (+ Varianten)FliegerMatroseA 3Einstieg
2GefreiterGefreiterGefreiterA 3Z3 Monate
3ObergefreiterObergefreiterObergefreiterA 46 Monate
4HauptgefreiterHauptgefreiterHauptgefreiterA 4Z12 Monate
5StabsgefreiterStabsgefreiterStabsgefreiterA 536 Monate
6OberstabsgefreiterOberstabsgefreiterOberstabsgefreiterA 5Z48 Monate
7KorporalKorporalKorporalA 684 Monate
8StabskorporalStabskorporalStabskorporalA 6Z120 Monate

Die Mindestdienstzeiten sind genau das — Mindestzeiten. Früher geht nicht. Ob du zum angegebenen Zeitpunkt auch tatsächlich befördert wirst, hängt zusätzlich von deiner Beurteilung und einer passend bewerteten Planstelle ab.

Nach der Basisausbildung im Heer wirst du zum Gefreiten ernannt — das ist der erste Dienstgrad, den du aktiv „verdient" hast. Wer die Grundausbildung erfolgreich abschließt und drei Monate Gesamtdienstzeit vorweisen kann, wird grundsätzlich befördert. Wie du dich am besten darauf vorbereitest, steht in unserem Leitfaden zur Grundausbildung — Vorbereitung.

Leo-Tipp: Viele Rekruten fragen mich: „Wann bin ich kein Schütze mehr?" Antwort: Nach drei Monaten wirst du Gefreiter — vorausgesetzt, du machst keinen groben Unfug. Das ist die niedrigste Hürde im gesamten System. Nutze die Zeit in der Grundausbildung, um dir den Ruf eines zuverlässigen Kameraden aufzubauen. Der Dienstgrad folgt automatisch.

Unteroffiziere ohne Portepee (UoP)

Hier wird's ernst. Die UoP-Laufbahn ist der erste Karriereschritt weg von der reinen Mannschaft. In der Praxis landet man hier häufig als erfahrener SaZ, der fachlich Verantwortung übernimmt.

Heer und Luftwaffe:

Marine:

Leo-Tipp: Einer der häufigsten Verwechslungsfehler überhaupt — Stabsunteroffizier ist nicht dasselbe wie Stabsfeldwebel. Der Stabsunteroffizier (StUffz) ist der Abschluss der UoP-Laufbahn, besoldet nach A 6 bis A 7. Der Stabsfeldwebel (StFw) gehört zur Feldwebel-Laufbahn (UmP), wird nach A 9 besoldet und braucht mindestens 16 Jahre Dienstzeit ab Feldwebel-Ernennung. Das sind zwei völlig verschiedene Karrierepfade — trenn das sauber in deinem Kopf.

Ich war selbst Stabsunteroffizier und kenne die Laufbahn gut. Als Ausbilder in Feldkirchen habe ich Rekruten begleitet, die nach ihrer Grundausbildung genau diesen Weg eingeschlagen haben — solide Fachleute, die ihren Bereich kennen und Verantwortung tragen, ohne in die aufwändigere Feldwebel-Ausbildung zu gehen.

Unteroffiziere mit Portepee: Die Feldwebel-Linie

Die Feldwebel-Laufbahn ist die Kerntruppe der Unteroffizierskorps. Hier sitzt die fachliche und disziplinäre Führung auf der unteren und mittleren Ebene. Um Feldwebel zu werden, brauchst du eine eigene Laufbahnprüfung — das ist kein automatisches Aufrücken.

Heer/Luftwaffe → Marine (in Klammern):

  1. Feldwebel (Bootsmann) — A 7, OR-6
  2. Oberfeldwebel (Oberbootsmann) — A 7Z, OR-6; Mindest-DZ: 5 Jahre ab Fw-Ernennung
  3. Hauptfeldwebel (Hauptbootsmann) — A 8Z, OR-7/8; Mindest-DZ: 8 Jahre ab Fw-Ernennung
  4. Stabsfeldwebel (Stabsbootsmann) — A 9, OR-8; Mindest-DZ: 16 Jahre ab Fw-Ernennung
  5. Oberstabsfeldwebel (Oberstabsbootsmann) — A 9Z, OR-9; Mindest-DZ: 19 Jahre ab Fw-Ernennung

Die Marine-Reihenfolge lautet also korrekt: Bootsmann → Oberbootsmann → Hauptbootsmann → Stabsbootsmann → Oberstabsbootsmann. Den Hauptbootsmann gibt es wirklich — er entspricht genau dem Hauptfeldwebel im Heer. Höchster UmP-Dienstgrad Marine ist der Oberstabsbootsmann.

Das „Z" bei A 7Z oder A 9Z steht für Amtszulage — du bekommst das Grundgehalt der Besoldungsgruppe plus eine Zulage obendrauf. Setz das nie mit der nächsthöheren vollen Besoldungsgruppe gleich.

Wer Feldwebel werden will, startet mit mindestens drei Jahren Gesamtdienstzeit und der bestandenen Laufbahnprüfung. Die Beförderung zu höheren Feldwebel-Dienstgraden ist dann eine Kombination aus Mindestdienstzeit, Beurteilung und verfügbarer Planstelle. Das OVG NRW hat 2025 (Az. 1 A 842/23) festgestellt, dass reine Wartezeitpflichten ohne Leistungskomponente verfassungsrechtlich problematisch sein können — wer also früh eine starke Beurteilung hat und auf einem höherwertigen Dienstposten sitzt, kann unter Umständen früher in den Beförderungsvergleich einbezogen werden.

Offiziere: Vom Leutnant bis zum Oberst

Offiziere teilen sich in drei Laufbahnen auf:

1. Truppendienst (OdT): Klassischer Offizier mit UniBw-Studium und mindestens 13 Jahren Verpflichtungszeit. Einstieg als Leutnant, theoretisch bis zum Oberst (und höher, wenn du Generalspotenzial hast).

2. Militärfachlicher Dienst (OmfD): Der Aufstieg aus der Feldwebel-Laufbahn. Enddienstgrad ist der Stabshauptmann — A 13. Höher geht's in dieser Laufbahn nicht. Es gibt keinen „Oberstabshauptmann".

3. Sanitätsdienst: Eigene Laufbahn, eigene Dienstgrade, Pflicht-Approbation und 17 Jahre Mindestverpflichtung — dazu weiter unten mehr.

📱 Tipp: Smartphone ins Querformat drehen

Dienstgrad Heer/LW Dienstgrad Marine Besoldung NATO Mindest-DZ als Offizier
LeutnantLeutnant zur SeeA 9OF-1Ernennung nach ~3 J. Gesamtdienst
OberleutnantOberleutnant zur SeeA 10OF-12,5 Jahre als Offizier
HauptmannKapitänleutnantA 10–A 11OF-25,5 Jahre als Offizier
Stabshauptmann (OmfD, Enddienstgrad)Stabskapitänleutnant (OmfD)A 13OF-215 Jahre als Offizier
MajorKorvettenkapitänA 13OF-310 Jahre
OberstleutnantFregattenkapitänA 14–A 15OF-413 Jahre
OberstKapitän zur SeeA 16 / B 2–B 3OF-517 Jahre

Der Stabshauptmann steht in der Tabelle separat, weil er ausschließlich den OmfD-Offizieren vorbehalten ist — also denen, die aus der Feldwebel-Laufbahn in den Offiziersstatus aufgestiegen sind. Truppendienstoffiziere steigen direkt mit dem Leutnant ein und können bis zum Oberst aufsteigen.

Zur Offizierausbildung bei Luftwaffe und Marine: Wie das abläuft und was dich beim Ausbildungsgang erwartet, findest du in unserem Artikel zur Offizierausbildung bei Luftwaffe und Marine.

Generale und Admirale

An der Spitze der Bundeswehr stehen die Generale (Heer, Luftwaffe, gemeinsame Einrichtungen) und Admirale (Marine). Die Besoldung liegt komplett in der B-Besoldung — also Festgehalt, kein Stufensystem.

Dienstgrad Heer/LW Dienstgrad Marine Besoldung NATO Sterne
BrigadegeneralFlottillenadmiralB 6OF-61 Stern
GeneralmajorKonteradmiralB 7OF-72 Sterne
GeneralleutnantVizeadmiralB 9OF-83 Sterne
GeneralAdmiralB 10OF-94 Sterne

Brigadegeneral, Generalmajor und Generalleutnant werden im täglichen Umgang schlicht als „General" angesprochen — die Kurzform gilt für alle vier Sterne-Stufen. Nur bei förmlicher Anrede ist der vollständige Titel korrekt: „Herr Brigadegeneral."

Sanitätsdienst: Eigene Dienstgradlinie

Der Sanitätsdienst ist keine Untergruppe der Truppe — er hat eine vollständig eigene Dienstgradlinie, eigene Laufbahnen und eigene Voraussetzungen. Wer Sanitätsoffizier werden will, braucht eine abgeschlossene Approbation (Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie, Veterinärmedizin) und verpflichtet sich für mindestens 17 Jahre. Das ist keine Kleinigkeit.

Der Einstiegsdienstgrad für approbierte Sanitätsoffiziere ist der Stabsarzt — das entspricht dem Hauptmann im Truppendienst, Besoldung A 13.

Dienstgradgruppe Heer / Luftwaffe Marine Besoldung
HauptleuteStabsarzt / Stabsapotheker / StabsveterinärStabsarzt / StabsapothekerA 13
StabsoffiziereOberstabsarzt / Oberstabsapotheker / OberstabsveterinärOberstabsarzt / OberstabsapothekerA 14
StabsoffiziereOberfeldarzt / Oberfeldapotheker / OberfeldveterinärFlottillenarzt / FlottillenapothekerA 15
StabsoffiziereOberstarzt / Oberstapotheker / OberstveterinärFlottenarzt / FlottenapothekerA 16 / B 2–B 3
GeneraleGeneralarzt / GeneralapothekerAdmiralarzt / AdmiralapothekerB 6
GeneraleGeneralstabsarztAdmiralstabsarztB 7
GeneraleGeneraloberstabsarztAdmiraloberstabsarztB 9

Sanitätsgenerale sind keine Truppengenerale. Der Generalstabsarzt entspricht dem Generalmajor, der Generaloberstabsarzt dem Generalleutnant — rein der Besoldung nach. Dienstlich sind das separate Laufbahnen ohne gegenseitige Dienstaufsicht über die eigene Laufbahngrenze hinaus.

Dienstgrad und Besoldung 2026

Die Besoldung der Bundeswehr richtet sich nach dem Bundesbesoldungsgesetz (BBesG). Ab dem 01.05.2026 greift die neue Struktur aus dem Referentenentwurf des Bundesbesoldungs- und -versorgungsangemessenheitsgesetzes (BAlimentG) vom 14.04.2026: +2,8 % gegenüber dem Stand nach der Erhöhung vom 01.04.2025. Außerdem entfällt Stufe 1 in der A-Besoldung — wer neu eingestellt wird, steigt direkt in die bisherige Stufe 2 ein.

Wichtig: Der BAlimentG-Referentenentwurf muss noch vom Bundestag beschlossen werden. Die Werte unten sind Prognosewerte auf Basis des Entwurfs. Auszahlungen und Nachzahlungen erfolgen erst nach Gesetzgebungsabschluss, voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027. Bis dahin gelten die Abschlagszahlungen auf Basis der +3,0 %-Erhöhung (rückwirkend ab 01.04.2025).

📱 Tipp: Smartphone ins Querformat drehen

Laufbahngruppe Dienstgrad BesGr. Grundgehalt Stufe 1 (ab 01.05.2026)
MannschaftSchütze / Flieger / MatroseA 33.728,71 €
MannschaftGefreiterA 3ZAmtszulage auf A 3
MannschaftObergefreiterA 43.810,74 €
MannschaftStabsgefreiterA 53.894,58 €
MannschaftKorporalA 64.089,30 €
UoPUnteroffizier / MaatA 53.894,58 €
UoPStabsunteroffizier / ObermaatA 6–A 74.089,30 € – 4.293,77 €
UmPFeldwebel / BootsmannA 74.293,77 €
UmPHauptfeldwebel / HauptbootsmannA 8Z4.508,46 €
UmPStabsfeldwebel / StabsbootsmannA 94.959,31 €
OffizierLeutnant / Leutnant zur SeeA 94.959,31 €
OffizierHauptmann / KapitänleutnantA 10–A 115.455,25 € – 6.000,77 €
Offizier (OmfD)Stabshauptmann (Enddienstgrad)A 137.326,94 €
StabsoffizierMajor / KorvettenkapitänA 137.326,94 €
StabsoffizierOberstleutnant / FregattenkapitänA 14–A 158.132,90 € – 9.027,53 €
StabsoffizierOberst / Kapitän zur SeeA 16 / B 2–B 310.020,55 € +
General/AdmiralBrigadegeneral / FlottillenadmiralB 614.450,16 € (Festgehalt)
General/AdmiralGeneral / AdmiralB 1019.837,15 € (Festgehalt)
SanitätsdienstStabsarzt / Stabsapotheker / StabsveterinärA 137.326,94 €

Der Referenzwert zur Selbstkontrolle laut BAlimentG-Entwurf: A 7 Stufe 1 (neu) = 3.578,14 € — Achtung, das ist die erste Stufe der neuen 7-stufigen Tabelle. Die Tabelle oben zeigt Stufe 1 der reformierten Struktur, was der bisherigen Stufe 2 entspricht.

Über das Grundgehalt hinaus gibt es eine Reihe von Zulagen — Auslandszulagen, Verpflegungsgeld, Trennungsgeld und weitere. Was du zusätzlich bekommst, erklärt unser Artikel Bundeswehr Zulagen 2026. Alle Gehälter auf einen Blick findest du auf unserer Seite Besoldung Bundeswehr 2026.

Dienstgradabzeichen: Sterne, Litzen, Schulterklappen

Du kannst jeden Dienstgrad an der Schulterklappe ablesen — wenn du weißt, wonach du schaust. Hier die Grundregeln:

Mannschaft — schräge silberne Balken:
Ein Balken steht für Gefreiter, zwei für Obergefreiter, drei für Hauptgefreiter, vier für Stabsgefreiter, fünf für Oberstabsgefreiter. Korporal und Stabskorporal tragen zusätzliche Litzen.

UoP — Litzen (Schnüre):
Unteroffizier trägt eine Litze, Stabsunteroffizier zwei Litzen. Kein Bogen, keine Sterne.

Feldwebel-Linie — geschwungene Bogenabzeichen:
Der Feldwebel trägt einen Bogen mit Spitze. Mit steigendem Dienstgrad kommen weitere Elemente hinzu — Hauptfeldwebel hat einen Bogen mit Kopfwinkel, Stabsfeldwebel einen Bogen mit Kopfwinkel und Spitze, Oberstabsfeldwebel das vollständige Abzeichen mit Pfeil und zwei Spitzen.

Offiziere — Metallsterne:
Leutnant: 1 Stern, Oberleutnant: 2 Sterne, Hauptmann: 3 Sterne, Stabshauptmann: 4 Sterne. Ab Major trägt man 1–3 Sterne zusätzlich in einem Eichenlaubkranz.

Generale — vergoldete Sterne im großen Eichenlaubkranz:
1 Stern = Brigadegeneral, 2 = Generalmajor, 3 = Generalleutnant, 4 = General.

Marine — Ärmelstreifen (Ausgehuniform):
Die Marine nutzt an der Ausgehuniform goldene Ärmelstreifen statt Schulterklappen. Breite und schmale Balken zeigen den Rang. Auf der Felduniform trägt auch die Marine Schulterklappen mit eigenem Markierungssystem.

Truppengattungs-Erkennungszeichen:

Anrede und Etikette

Die Regel ist simpel: „Herr [Dienstgrad]" oder „Frau [Dienstgrad]" — fertig.

Also: „Herr Hauptmann", „Frau Oberstleutnant", „Herr General", „Herr Bootsmann".

Was du dir aus dem Kopf schlagen kannst: „Sir". Das ist Hollywood. In der Bundeswehr existiert diese Anredeform nicht. Ich hab das in Feldkirchen mehr als einmal klargestellt — irgendwer hatte zu viele amerikanische Militärserien geguckt.

Bei Generalen gilt im Alltagsgespräch die verkürzte Form: „Herr General" reicht für alle vier Sternestufen. Nur bei förmlichem Anlass sagst du „Herr Brigadegeneral" oder „Herr Generalleutnant".

Unter Kameraden desselben Dienstgrads ist die Anrede nach Dienstgrad formell korrekt — im Alltag haben die meisten Einheiten ihre eigenen Gewohnheiten. Aber nach oben gilt immer: Dienstgrad nennen, nie nur „Chef" oder (besonders wichtig) nie „Sir".

Häufige Fragen

Von unten nach oben: Mannschaft (Schütze/Flieger/Matrose → Gefreiter → Obergefreiter → Hauptgefreiter → Stabsgefreiter → Oberstabsgefreiter → Korporal → Stabskorporal), dann Unteroffiziere ohne Portepee (Unteroffizier → Stabsunteroffizier), dann Unteroffiziere mit Portepee (Feldwebel → Oberfeldwebel → Hauptfeldwebel → Stabsfeldwebel → Oberstabsfeldwebel), dann Offiziere (Leutnant → Oberleutnant → Hauptmann; Stabsoffiziere: Major → Oberstleutnant → Oberst), dann Generale (Brigadegeneral → Generalmajor → Generalleutnant → General). Parallel dazu: Marine-Äquivalente und Sanitätsdienst mit eigenem System.

Der Unteroffizier (UoP) gehört zur Laufbahn ohne Portepee — das ist eine separate Karrierestufe, die bis zum Stabsunteroffizier (A 7) reicht. Der Feldwebel (UmP) ist der Einstieg in eine eigene Feldwebellaufbahn mit gesonderter Eignungsprüfung und geht bis zum Oberstabsfeldwebel (A 9Z). Der entscheidende Unterschied: UmP haben deutlich bessere Beförderungsperspektiven und eine eigene Ausbildungsstruktur.

Mannschaft: Matrose (Einstieg), dann Gefreiter bis Stabskorporal wie beim Heer. UoP: Maat (= Unteroffizier), Obermaat (= Stabsunteroffizier). UmP — Bootsmann-Linie: Bootsmann → Oberbootsmann → Hauptbootsmann → Stabsbootsmann → Oberstabsbootsmann. Offiziere: Leutnant zur See → Oberleutnant zur See → Kapitänleutnant → (OmfD: Stabskapitänleutnant) → Korvettenkapitän → Fregattenkapitän → Kapitän zur See. Admirale: Flottillenadmiral → Konteradmiral → Vizeadmiral → Admiral.

Die Mindestdienstzeit beträgt 8 Jahre ab Ernennung zum Feldwebel. Das ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung — du brauchst außerdem eine passend bewertete Planstelle und eine gute Beurteilung. Das OVG NRW hat 2025 festgestellt, dass wer frühzeitig starke Beurteilungen vorweist und auf einem höherwertigen Dienstposten eingesetzt ist, unter Umständen früher in den Beförderungsvergleich einbezogen werden kann.

Der Stabshauptmann ist ausschließlich der Enddienstgrad der Offiziere des militärfachlichen Dienstes (OmfD) — also der Offiziere, die aus der Feldwebel-Laufbahn aufgestiegen sind. Besoldung: A 13. Es gibt keinen höheren Dienstgrad in dieser Laufbahn, kein „Oberstabshauptmann". Truppendienstoffiziere (OdT) tragen diesen Dienstgrad nicht.

Offiziere tragen Metallsterne. Leutnant = 1 Stern, Oberleutnant = 2 Sterne, Hauptmann = 3 Sterne, Stabshauptmann = 4 Sterne. Stabsoffiziere (Major bis Oberst) haben ihre Sterne (1 bis 3) zusätzlich im Eichenlaubkranz. Generale tragen vergoldete Sterne im großen Eichenlaubkranz. Marine-Ausgehuniform: Ärmelstreifen statt Schulterklappen.

Immer mit „Herr [Dienstgrad]" oder „Frau [Dienstgrad]" — zum Beispiel „Herr Hauptmann", „Frau Oberstleutnant". „Sir" gibt es in der Bundeswehr nicht. Das ist eine amerikanische Konvention, die ins deutsche Dienstrecht weder eingeführt wurde noch je wird. Generäle werden im Alltag einfach mit „Herr General" angesprochen.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Leo-Tipp: Du willst wissen, welche Laufbahn wirklich zu dir passt — Mannschaft, Feldwebel oder Offizier? Das hängt von deinen Voraussetzungen, deiner Verpflichtungsbereitschaft und deinen Zielen ab. Unser Artikel Welche Laufbahn passt zu dir? hilft dir bei der Entscheidung. Und wenn du dich schon bewerben willst, findest du alle aktuellen Infos unter So bewirbst du dich bei der Bundeswehr.
T
Tobi H. verifiziert
Stabsunteroffizier a.D., 8 Jahre Heer. Tobi hat als Ausbilder in der Grundausbildung Feldkirchen viele Rekruten durch die Dienstgradlaufbahn begleitet. Er schreibt bei Soldatsein über Ausbildung, Alltag und alles, was in keinem Handbuch steht.