Besoldung Bundeswehr 2026: Was du wirklich verdienst (mit Rechner)

Die Bezügemitteilung für Mai 2026 wird für viele Soldatinnen und Soldaten anders aussehen als die für April. Höhere Eingangswerte, gestrichene Stufe 1, Familienzuschlag verschoben. Wer einen Lagebericht lesen kann, kann auch eine Bezügemitteilung lesen — vorausgesetzt, jemand erklärt einmal, was die Posten bedeuten. Genau das mache ich hier: nüchtern, präzise, ohne Werbesprache.

Ich war 17 Jahre bei der Truppe, davon ein Einsatz im Kosovo als Mannschaftssoldat im aktiven Dienst. Heute bin ich Personaloffizier der Reserve und sehe regelmäßig, woran junge Soldaten beim Geld scheitern: nicht weil sie zu wenig verdienen, sondern weil sie nicht wissen, was sie tatsächlich bekommen. Und vor allem: was ihnen zusteht.

Was deine Bezügemitteilung dir sagt

Jeden Monat bekommst du vom Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) deine Bezügemitteilung — entweder per Post oder über das Mitarbeiterportal. Der Aufbau ist immer gleich, aber die einzelnen Posten sind nicht selbsterklärend.

Eine typische Mitteilung enthält:

Was nicht auf der Bezügemitteilung steht, du aber faktisch bekommst: die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung (utV), die Familienheimfahrten, die Pensionsanwartschaft. Dazu später mehr.

Grundgehalt: Wie die Stufenlogik funktioniert

Das Grundgehalt ist das Fundament. Es wird in zwei Achsen bestimmt:

Achse 1: Besoldungsgruppe (vertikal). Vom Schützen in A 3 bis zum Vier-Sterne-General in B 11. Die Besoldungsgruppe richtet sich nach dem Dienstgrad und der Verwendung.

Achse 2: Erfahrungsstufe (horizontal). Innerhalb einer Besoldungsgruppe steigst du mit der Zeit auf — Stufe 1, Stufe 2 und so weiter. Mehr Erfahrung, mehr Geld in derselben Besoldungsgruppe.

Bis 30. April 2026 hatte die Tabelle 8 Stufen. Mit dem Bundesalimentationsgesetz (BAlimentG, Referentenentwurf BMI vom 14.04.2026) ändert sich das ab 1. Mai 2026: Stufe 1 entfällt komplett. Berufseinsteiger starten direkt im Wert der bisherigen Stufe 2 — das bedeutet einen spürbaren Sprung beim Einstiegsgehalt. Beispiel: Ein Feldwebel (A 7) startet ab Mai 2026 in der neuen Stufe 1 mit rund 3.578 Euro brutto, während der gleiche Dienstgrad in der alten Tabelle in Stufe 1 noch bei rund 3.138 Euro lag.

Die Detail-Mechanik der Reform habe ich im Reform-Artikel auseinandergenommen. Hier konzentriere ich mich auf das, was für deinen Alltag zählt.

Leo-Tipp — Bezügemitteilung archivieren: Speichere jede Bezügemitteilung als PDF. Bei jeder Beförderung und jedem Stufenaufstieg willst du den Vorher-Nachher-Vergleich nachhalten können. Die Mitteilung ist dein einziger schriftlicher Beleg dafür, dass die Personalstelle korrekt eingestuft hat. Fehler kommen vor — bei einem Truppenkameraden in meinem damaligen Bataillon wurde nach einer Versetzung die Erfahrungsstufe falsch übernommen. Erst der Vergleich der alten mit der neuen Mitteilung machte den Fehler sichtbar. Drei Monate Differenzbeträge wurden nachgezahlt.

Vom Dienstgrad zur Besoldungsgruppe

Diese Tabelle ist die Übersetzung zwischen dem, was auf deiner Schulterklappe steht, und dem, was auf der Bezügemitteilung erscheint:

Mannschaften

DienstgradBesoldungsgruppe
Schütze / Flieger / MatroseA 3
GefreiterA 3Z
ObergefreiterA 4
HauptgefreiterA 4Z
StabsgefreiterA 5
OberstabsgefreiterA 5Z
KorporalA 6
StabskorporalA 6Z

Unteroffiziere ohne Portepee

DienstgradBesoldungsgruppe
Unteroffizier / MaatA 5
Stabsunteroffizier / ObermaatA 6
Fahnenjunker / SeekadettA 5

Unteroffiziere mit Portepee (Feldwebel)

DienstgradBesoldungsgruppe
Feldwebel / BootsmannA 7
Oberfeldwebel / OberbootsmannA 7Z
Hauptfeldwebel / HauptbootsmannA 8Z
Stabsfeldwebel / StabsbootsmannA 9
Oberstabsfeldwebel / OberstabsbootsmannA 9Z
FähnrichA 7
OberfähnrichA 8

Offiziere

DienstgradBesoldungsgruppe
Leutnant / Leutnant zur SeeA 9
Oberleutnant / Oberleutnant zur SeeA 10
Hauptmann / KapitänleutnantA 11 oder A 12
StabshauptmannA 13
Major / KorvettenkapitänA 13
Oberstleutnant / FregattenkapitänA 14 oder A 15
Oberst / Kapitän zur SeeA 16, B 2 oder B 3

Wichtig: Oberfeldwebel ist A 7Z — also Grundgehalt A 7 plus Amtszulage. Das ist nicht das Gleiche wie A 8. Hauptfeldwebel ist A 8Z, nicht A 9. Diese Unterscheidung ist mehr als kosmetisch — sie bestimmt deine Pensionsbasis. Dazu unten mehr im Abschnitt zur Z-Falle.

Stufenaufstieg: Wann steigt das Grundgehalt

Mit der ersten Ernennung mit Anspruch auf Dienstbezüge wirst du in Stufe 1 deiner Besoldungsgruppe eingestuft (§ 27 BBesG). Der Aufstieg in die nächste Stufe erfolgt nach festen Erfahrungszeiten:

Voraussetzung ist immer „anforderungsgerechte Leistung". Das bedeutet im Klartext: solide dienstliche Beurteilung, kein Disziplinarverfahren, keine Krankschreibung über die Erheblichkeitsschwelle hinaus.

Mit der Reform ab 1. Mai 2026 werden die Stufenabstände vereinheitlicht. Die horizontale Steigerung beträgt künftig 2,7 Prozent pro Stufe — das ist neu, weil die alten Tabellen mit unterschiedlichen Sprüngen arbeiteten.

Wer Vorerfahrung mitbringt — etwa eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem für die Verwendung relevanten Beruf — kann eine höhere Einstiegsstufe bekommen. Das ist kein Automatismus, du musst das aktiv beantragen und belegen. Und: Die Anerkennung erfolgt nur bei vergleichbarer Tätigkeit, nicht pauschal.

Leistungsstufe ist ein Sonderinstrument. Bei dauerhaft herausragenden Leistungen kann der Vorgesetzte beantragen, dass das Grundgehalt der nächsthöheren Stufe vorzeitig gezahlt wird. In der Praxis kommt das selten vor und ist an strenge Voraussetzungen gebunden.

Die Z-Falle: Was bedeuten A 3Z, A 7Z, A 9Z

Das „Z" hinter der Besoldungsgruppe bedeutet Amtszulage. Es ist nicht die nächste Besoldungsgruppe, sondern eine Zulage zur bestehenden.

Beispiel Oberfeldwebel:

Warum ist das wichtig?

Erstens: Die Pension wird auf Basis deines letzten Grundgehalts plus Amtszulage berechnet. Ein Oberfeldwebel hat als Pensionsbasis A 7 + Z, nicht A 8. Das ist niedriger als A 8 Stufe 1.

Zweitens: Bei einer Beförderung von A 7Z (Oberfeldwebel) auf A 8Z (Hauptfeldwebel) springst du nicht eine ganze Besoldungsgruppe nach oben — du wechselst von A 7 + Amtszulage auf A 8 + Amtszulage. Der Brutto-Sprung ist deutlich kleiner als ein voller Gruppenwechsel.

Drittens: Die Z-Logik gilt durch alle Laufbahnen. A 3Z (Gefreiter) ist nicht A 4. A 9Z (Oberstabsfeldwebel) ist nicht A 10. Wer das bei Karriereplanung mit dem Personaloffizier nicht beachtet, verschätzt sich um zwei Stellen vor dem Komma.

Brutto vs. Netto: Drei Praxisbeispiele

Damit das nicht abstrakt bleibt, drei reale Konstellationen mit den offiziellen Bezügebeispielen aus dem Bundeswehrkarriere-Center (Stand Januar 2026, Quelle: bundeswehrkarriere.de Bezügebeispiel-PDFs 936 und 938).

Beispiel 1 — Schütze (Mannschaftssoldat im FWD), 19 Jahre, ledig

PostenBetrag
Wehrsoldgrundbetrag (Schütze)2.600,00 EUR
Bruttobezüge2.600,00 EUR
Lohnsteuer (StKl I)rund 358 EUR
Solidaritätszuschlag0,00 EUR
Kirchensteuer (8 %)rund 32 EUR
Nettorund 2.210 EUR

Wichtig: Beim Freiwilligen Wehrdienst (FWD) gibt es keinen klassischen Stufenaufstieg, dafür den Wehrsold nach dem Wehrsoldgesetz. Dauer: 6 bis 11 Monate. Wer länger bleibt, ist Soldat auf Zeit (SaZ kurz: 12 bis 23 Monate, SaZ regulär: ab 2 Jahre).

Beispiel 2 — Stabsunteroffizier A 6 Stufe 3, verheiratet, 1 Kind, StKl IV

PostenBetrag
Grundgehalt A 6 Stufe 32.677,42 EUR
Erhöhungsbetrag23,89 EUR
Familienzuschlag Stufe 2285,40 EUR
Bruttodienstbezüge2.986,71 EUR
Lohnsteuer492,83 EUR
Solidaritätszuschlag0,00 EUR
Kirchensteuer44,35 EUR
Nettodienstbezüge2.449,53 EUR

Hier siehst du, was der Familienzuschlag wirklich macht: Bei einem Kind sind das fast 290 Euro brutto extra. Mit der Reform ab 1. Mai 2026 wird der Familienzuschlag Stufe 1 (Verheiratenzuschlag) zwar formal aus der Bezügemitteilung gestrichen — der Betrag fließt aber ins erhöhte Grundgehalt. Details zur Familienzuschlag-Reform habe ich in den Bundeswehr-Zulagen 2026 aufgeschlüsselt.

Beispiel 3 — Oberleutnant A 10 Stufe 4, ledig, StKl I (Werte stark gerundet)

PostenBetrag
Grundgehalt A 10 Stufe 4 (Tabelle April 2025)rund 4.370 EUR
Erhöhungsbetrag (Offiziere A 9/A 10)11,62 EUR
Bruttodienstbezügerund 4.382 EUR
Lohnsteuer + Soli + KiStrund 1.020 EUR
Netto (Richtwert)rund 3.360 EUR

Ab 1. Mai 2026 verschiebt sich das nach oben: Oberleutnant A 10 Stufe 1 (neu) wird mit rund 3.940 Euro brutto starten, in den höheren Stufen entsprechend mehr.

Leo-Tipp — Anrechnungsbetrag prüfen: Wer in der Kaserne wohnt — ob aus Kasernenpflicht (unter 25, im Lehrgang) oder freiwillig auf der Stube — bekommt nicht „umsonst" Unterkunft. Auf der Bezügemitteilung steht ein Anrechnungsbetrag nach § 39 Abs. 2 BBesG. Ab 1. Mai 2026 sind das laut Referentenentwurf 152,76 Euro für die Besoldungsgruppen A 3 bis A 8 und 162,16 Euro für A 9 bis A 12. Das wird vom Grundgehalt abgezogen. Wichtig: Das gilt nur für Unterkunft, nicht für Verpflegung. Verpflegung wird separat als Sachbezug versteuert, wenn du sie nutzt. Wer das nicht weiß, wundert sich, warum sein Brutto auf der Mitteilung niedriger erscheint als die Tabelle vermuten lässt.

Was nicht auf der Bezügemitteilung steht

Die Bezügemitteilung zeigt nur den Geld-Output. Das, was die Bundeswehr zusätzlich für dich übernimmt, taucht dort nicht auf — kostet dich aber außerhalb der Truppe sofort Geld:

Unentgeltliche truppenärztliche Versorgung (utV). Das ist nicht „Heilfürsorge" — der Begriff ist falsch und wird in zivilen Foren oft verwechselt. utV bedeutet: Truppenarzt, militärische Krankenhäuser (zum Beispiel Berlin, Koblenz, Hamburg), Heilbehandlung im Rahmen der Truppe — komplett kostenlos. Aber: Familienangehörige sind nicht mitversichert. Hier wird es relevant, eine Anwartschaft für die spätere zivile Krankenversicherung zu haben — sonst zahlst du nach dem Dienstzeitende den vollen Risikobeitrag.

Familienheimfahrten. Bei Wochenendpendlern werden bis zu 47 Wochenendheimfahrten im Jahr erstattet, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Außerdem die kostenlose Bahnfahrt in Uniform mit Truppenausweis und dem eToken der BW-ETOKEN-App. Wichtig: Das ist keine BahnCard 100 — es ist ein digitales Ticket-System für dienstliche und Heimfahrten.

Pensionsanwartschaft (Berufssoldaten) bzw. Nachversicherung in der GRV (SaZ). Berufssoldaten haben einen Pensionsanspruch nach dem SVG (bis 71,75 Prozent der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge nach 40 Dienstjahren). Soldaten auf Zeit werden in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert — der Bund zahlt den vollen Beitrag, nicht nur den Arbeitgeberanteil.

Sozialabgaben. Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge werden vom Wehrsold beziehungsweise vom Grundgehalt nicht abgezogen. Das ist der Grund, warum dein Netto höher wirkt als bei einem zivilen Angestellten mit gleichem Brutto.

Leo-Tipp — Anwartschaft ab Tag 1: Ich habe in meiner Zeit als Personaloffizier zu viele Kameraden gesehen, die mit 28 oder 30 das DZE planten und feststellten, dass sie nach der utV plötzlich in eine private Krankenversicherung mit voller Risikoprüfung müssen. Wer einen Kreuzbandriss in der Grundausbildung mitnahm, ein chronisches Rückenleiden aus dem Marsch oder eine Allergie aus dem Gasraum, zahlt Risikozuschläge — manchmal sehr hohe. Eine Anwartschaftsversicherung ab Tag 1 hält die Eintrittsbedingungen fest, friert dein Eintrittsalter ein und kostet pro Monat einen Bruchteil der späteren Mehrbeiträge. Den Detail-Artikel zum Thema schreibe ich separat — bis dahin: rechtzeitig mit dem Truppenfachmann sprechen, nicht erst kurz vor dem DZE.

Anrechnungsbetrag: Warum vom Brutto noch was abgeht

Der § 39 Abs. 2 BBesG ist der Grund, warum dein Bruttobetrag auf der Mitteilung niedriger ist, als die Besoldungstabelle es erwarten lässt — wenn du in der Kaserne wohnst.

Die Logik: Die Bundeswehr stellt dir Unterkunft zur Verfügung (Stube, Doppel- oder Mehrbettstube). Der Wert dieser Sachleistung wird pauschal angerechnet:

Wer freiwillig in der Kaserne wohnt, dem wird der Betrag ebenfalls angerechnet. Wer freie Unterkunft außerhalb der Kaserne bezieht (zum Beispiel im Rahmen einer Auslandsverwendung), dem auch.

Verpflegung ist separat geregelt (Sachbezug, monatliche Werte je nach Anzahl der Mahlzeiten). Wer die Truppenküche nicht nutzt, zahlt nichts. Wer sie nutzt, sieht das auf der Mitteilung als versteuerten Sachbezug.

FWD vs. SaZ: Wehrsold ist anders gerechnet

Es gibt zwei grundlegend verschiedene Bezahlsysteme in der Truppe:

Soldaten auf Zeit (SaZ) und Berufssoldaten werden nach dem Bundesbesoldungsgesetz besoldet. Sie haben Grundgehalt, Erfahrungsstufen, Familienzuschlag, Zulagen — alles wie oben beschrieben.

Freiwilligen Wehrdienst (FWD) Leistende bekommen Wehrsold nach dem Wehrsoldgesetz. Das ist ein pauschaler Brutto-Tagessatz, kein Stufensystem. Seit der Bundeswehr-Reform 2025/2026 dauert der FWD 6 bis 11 Monate. Wer länger dienen will, schließt einen SaZ-Vertrag — kürzer als 12 Monate gibt es als SaZ nicht (SaZ kurz beginnt bei 12 Monaten, regulärer SaZ ab 2 Jahre, Feldwebel und Offiziere meist 13 oder 15 Jahre direkt).

Aktuelle Wehrsoldgrundbeträge (Stand 2026):

Hinzu kommen die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung und die kostenfreien Familienheimfahrten — wirtschaftlich ein nicht zu unterschätzender Posten, je nach Standort und Wohnort schnell mehrere hundert Euro pro Monat wert.

Wer also zwischen 6 Monaten FWD und 12 Monaten SaZ kurz schwankt, sollte rechnen: Der Wechsel ins SaZ-Modell verändert nicht nur die Verpflichtungszeit, sondern auch das Bezahlsystem. Mehr dazu in der Bewerbungs-Übersicht.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Gesetzestexte und offiziellen Verlautbarungen.

Klarheit ist Pflicht — auch beim eigenen Geld.

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FAQ: Häufige Fragen zur Bundeswehr-Besoldung

Bei 2.600 Euro Wehrsold brutto, ledig, Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer bleiben rund 2.240 Euro netto. Mit Kirchensteuer rund 30 Euro weniger. Wer in der Kaserne wohnt und Verpflegung nutzt, hat zusätzlich versteuerten Sachbezug auf der Mitteilung — das senkt das Netto noch mal um typischerweise 100 bis 180 Euro.

Stufenaufstieg erfolgt nach festen Erfahrungszeiten: Stufe 1 zu 2 nach 2 Jahren, dann jeweils 3 Jahre, ab Stufe 5 alle 4 Jahre. Voraussetzung: anforderungsgerechte Leistung. Das genaue Datum steht auf deiner Personalverfügung.

Das Grundgehalt richtet sich nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe. Der Familienzuschlag ist ein zusätzlicher Posten — Stufe 1 für Verheiratete (171,28 EUR Stand 01.01.2026), Stufe 2 mit kinderbezogenen Erhöhungsbeträgen. Mit der Reform ab 1. Mai 2026 entfällt Stufe 1 als separater Posten und wird ins Grundgehalt eingepreist. Kinderzuschläge bleiben.

Wahrscheinlich der Anrechnungsbetrag nach § 39 Abs. 2 BBesG, weil du in der Kaserne wohnst. Der Wert der Unterkunft wird pauschal abgezogen — A 3 bis A 8 = 152,76 EUR, A 9 bis A 12 = 162,16 EUR (ab 1. Mai 2026). Eventuell zusätzlich versteuerter Sachbezug für Verpflegung.

Die Strukturreform wirkt ab 1. Mai 2026 prospektiv (also nicht rückwirkend). Aber: Die lineare Erhöhung um 3,0 Prozent ab 1. April 2025 wurde rückwirkend ausgezahlt. Außerdem laufen Verfassungsbeschwerden zur amtsangemessenen Alimentation für Vergangenheitszeiträume — wer hier individuelle Ansprüche prüfen lassen will, sollte den DBwV oder einen Fachanwalt konsultieren.

Das ist die Berechnungsgrundlage für die Pension von Berufssoldaten nach dem Soldatenversorgungsgesetz (SVG). Vereinfacht: dein letztes Grundgehalt plus dauerhaft gewährte Zulagen, gemittelt über die ruhegehaltsfähige Dienstzeit. Die maximale Pension beträgt 71,75 Prozent der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge nach 40 Dienstjahren.

Reservisten erhalten nach dem Unterhaltssicherungsgesetz (USG) Mindestleistung, RDL-Prämie und ggf. Auslandszuschlag. Das ist kein Grundgehalt nach BBesG, sondern eine Tagessatz-Logik. Aktive Soldaten — auch SaZ kurz — werden besoldet, Reservisten in Wehrübung nicht.

Klarheit ist Pflicht — auch beim eigenen Geld

Wer im Dienst die Lage präzise beurteilen kann, sollte das auch bei der eigenen Bezügemitteilung tun. Dieser Artikel ist die Grundlage. Ergänzend dazu lohnt sich ein Blick auf die Zulagen 2026 und auf die Besoldungsreform — beides Themen, die auf dieselbe Mitteilung wirken.

Wer Bewerbung, Musterung, Grundausbildung und BFT noch vor sich hat, findet alle Pflicht-Stationen in der Bewerbungs-Übersicht, der Musterungs-Anleitung und im BFT-Artikel.

— Robert K., Leutnant d.R., 17 Jahre Bundeswehr, Personaloffizier der Reserve, Einsatz Kosovo. Autoren-Seite