Bundeswehr Eignungstest Erfahrungen: Echte Berichte + Tipps

Du hast den Termin fürs Eignungsfeststellungsverfahren im Briefkasten und fragst dich, was dich da eigentlich erwartet? Mach dir nichts vor: Die meisten Bewerber, die zu mir in die Grundausbildung nach Feldkirchen kamen, hatten genau diese Frage im Kopf — und fast alle hatten falsche Vorstellungen davon, was am Testtag wirklich passiert. Manche dachten, sie müssten einen Sporttest laufen, der längst weggefallen ist. Andere waren überzeugt, sie müssten nach Köln fahren, obwohl das nur für Offizieranwärter gilt. In diesem Artikel bekommst du den aktuellen Stand für 2026, ehrliche Einordnung ohne Beschönigung — und meine Perspektive als Ausbilder, was der Eignungstest tatsächlich über deine ersten Wochen in der Grundausbildung verrät.

Was ist der Eignungstest bei der Bundeswehr?

Der „Eignungstest" ist im offiziellen Sprachgebrauch der Bundeswehr das Eignungsfeststellungsverfahren — ein Verfahren, das feststellt, ob und für welche Verwendung du körperlich, geistig und charakterlich geeignet bist. Kernstück ist der Computerassistierte Test (CAT), der bei jedem Eignungsfeststellungsverfahren zum Einsatz kommt (bundeswehr.de – Auf Herz und Nieren).

Wichtig zum Verständnis: Der Eignungstest ist kein reiner „Bestehen oder Durchfallen"-Test. Laut bundeswehr.de werden im Musterungsverfahren keine klassischen Wissensfragen gestellt — es geht darum, individuelle Fähigkeiten für mögliche soldatische Einsatzbereiche festzustellen (bundeswehr.de – Wie läuft die Musterung ab?). Das Ergebnis fließt in deine Verwendungsempfehlung ein — nicht in eine „Berufsempfehlung". Das ist mehr als Wortklauberei: Es geht um die Frage, in welcher Verwendung du deine Stärken am besten einbringen kannst, nicht darum, dir einen Beruf vorzuschreiben.

Das Verfahren besteht aus mehreren Bausteinen: dem CAT-Test am PC, einem persönlichen Gespräch, einer ärztlichen Untersuchung — und je nach Laufbahn zusätzlichen Bausteinen. Wie viele Bausteine an wie vielen Tagen auf dich zukommen, hängt stark davon ab, für welche Laufbahn du dich bewirbst und wo du getestet wirst. Und genau da fängt die Verwirrung an, die ich in den letzten Jahren immer wieder bei frisch angekommenen Rekruten erlebt habe.

Karrierecenter oder Köln? Der Unterschied, den viele nicht kennen

Das ist der Punkt, an dem die meisten Erfahrungsberichte im Netz durcheinanderkommen — und den du unbedingt verstehen solltest, bevor du dir Sorgen um den falschen Ablauf machst.

Karrierecenter der Bundeswehr gibt es über ganz Deutschland verteilt — unter anderem in Berlin, Düsseldorf, Mainz, Erfurt, Hannover, München, Stuttgart und Wilhelmshaven. Wenn du dich für eine Laufbahn als Mannschaftssoldat, Unteroffizier ohne Portepee, Feldwebel oder für den Freiwilligen Wehrdienst (FWDL) bewirbst, läuft dein Eignungsfeststellungsverfahren in einem dieser Karrierecenter ab (bundeswehr.de – Von der Ausbildungswerkstatt zum Soldatenberuf).

Köln ist etwas völlig anderes: Dort sitzt das Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr (ACFüKrBw), Kölner Straße 262, 51149 Köln. Wer Offizier oder Offizierin werden will, muss seine Eignung ausschließlich dort nachweisen (bundeswehr.de – Assessmentcenter für Führungskräfte; bundeswehr.de – Laufbahngruppe der Offiziere). Dort umfasst das Verfahren zusätzlich Interview, Gruppensituationsverfahren, Computertests, einen Sporttest und einen Mathematiktest (bundeswehr.de PDF – Verwendungsinformation).

Kurz gesagt: Köln ist nicht der Standardort für den Eignungstest. Wenn du dich nicht für die Offizierslaufbahn bewirbst, wirst du sehr wahrscheinlich nie einen Fuß in dieses Gebäude setzen. Die meisten Erfahrungsberichte, die im Internet kursieren und von „Assessment Center Köln" sprechen, stammen von Offizieranwärtern — und lassen sich nicht eins zu eins auf eine Feldwebel- oder FWDL-Bewerbung übertragen.

Tobi-Tipp: Frag im Zweifel direkt nach

Wenn du deinen Einladungsbrief in der Hand hast, steht dort schwarz auf weiß, in welchem Karrierecenter dein Termin stattfindet. Steht „Köln" oder „ACFüKrBw" drauf, bewirbst du dich für die Offizierslaufbahn. Steht eine andere Stadt drauf, ist das dein zuständiges Karrierecenter — und der Ablauf unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von dem, was du in Köln-Erfahrungsberichten liest.

Mehr zum kompletten Bewerbungsweg findest du im Artikel Bewerbung bei der Bundeswehr 2026, und wer noch unsicher ist, ob die Voraussetzungen überhaupt erfüllt sind, findet die aktuelle Übersicht unter Voraussetzungen Bundeswehr 2026.

Der CAT (Computer Aided Test) — Ablauf, Dauer, Testbereiche

Der CAT ist ein computergestützter, adaptiver Test — das heißt, der Schwierigkeitsgrad passt sich während des Tests an deine bisherigen Antworten an (bundeswehr.de – Von der Ausbildungswerkstatt zum Soldatenberuf). Laut bundeswehr.de deckt der CAT folgende Bereiche ab:

(bundeswehr.de – Musterung & Assessment)

Ergänzend beschreiben Karrierecenter-Informationen den Test als überwiegend Multiple-Choice-basiert, mit Schwerpunkten auf Rechtschreibung, Mathematik, Allgemeinwissen sowie logischem und technischem Verständnis (bundeswehr.de – Von der Ausbildungswerkstatt zum Soldatenberuf).

Wie umfangreich der Test ausfällt und wie lange er konkret dauert, hängt von der angestrebten Verwendung ab. Für bestimmte Laufbahnen — etwa die Ausbildungseignung (AEU), die fliegerische Ausbildung oder die Flugsicherung — kommen zusätzliche computergestützte Tests hinzu (bundeswehr.de PDF – Informationen zum Einstellungsverfahren). Konkrete Stundenangaben, wie sie in manchen Erfahrungsberichten kursieren (etwa „2,5 bis 3,5 Stunden"), stammen nicht von bundeswehr.de selbst, sondern aus Erfahrungswerten von Bewerbern — nimm solche Zahlen als groben Richtwert, nicht als offizielle Angabe.

Nach dem CAT folgt laut bundeswehr.de ein persönliches Gespräch mit der Testleitung beziehungsweise psychologischem Personal, in dem offene Aspekte aus dem Testergebnis besprochen werden (bundeswehr.de – Musterung & Assessment). Dein Ergebnis ist danach nicht für immer festgeschrieben: Das Eignungsfeststellungsverfahren gilt ab dem Feststellungsdatum zwei Jahre lang (bundeswehr.de PDF – Assessment für neuen Wehrdienst).

Mehr Details zu einzelnen Testbereichen, typischen Aufgabentypen und Vorbereitungstipps findest du im ausführlichen Artikel zum CAT-Test der Bundeswehr.

Sporttest 2026 — die wichtige Änderung

Das ist die Neuerung, die viele ältere Erfahrungsberichte veraltet aussehen lässt: Der Sporttest im Karrierecenter ist seit 2026 für die meisten Bewerber weggefallen.

Die aktuelle bundeswehr.de-Seite zum neuen Wehrdienst nennt einen Sporttest nur noch explizit für die Offizierslaufbahn im Assessmentcenter Köln — dort in einer abgewandelten Form mit Pendellauf, Klimmhang und 3.000-Meter-Fahrradergometer-Test (bundeswehr.de – Musterung & Assessment). Für Bewerberinnen und Bewerber auf FWDL-, Mannschafts-, UoP- oder Feldwebel-Laufbahnen im Karrierecenter ist der Sporttest im Auswahlverfahren aktuell nicht mehr vorgesehen.

Was dabei unverändert bleibt: Der Basis-Fitness-Test (BFT) für bereits aktive Soldatinnen und Soldaten ist davon nicht betroffen. Er bleibt Pflicht — jährlich zu wiederholen, üblicherweise am Anfang und Ende der Grundausbildung (bundeswehr.de – Basis-Fitness-Test). Die offiziellen BFT-Disziplinen sind:

Disziplin Vorgabe
11×10-Meter-Sprinttest maximal 60 Sekunden
Klimmhang mindestens 5 Sekunden
1.000-Meter-Lauf oder 3.000-Meter-Fahrradergometer maximal 6:30 Minuten

Für alle drei Disziplinen zusammen ist eine Gesamtzeit von 90 Minuten vorgesehen (bundeswehr.de PDF – Sporttest Basis-Fitness-Test). Für Offizieranwärter in Köln gilt das 3.000-Meter-Fahrradergometer als Standardvariante anstelle des 1.000-Meter-Laufs (bundeswehr.de – Musterung & Assessment).

Tobi-Tipp: Trotzdem fit bleiben

Auch wenn der Sporttest im Karrierecenter für die meisten aktuell wegfällt — spätestens in der Grundausbildung erwartet dich der BFT, und der wird nicht leichter, nur weil er später kommt. Ich habe genug Rekruten erlebt, die sich auf den weggefallenen Sporttest verlassen und dann in den ersten Wochen der GA konditionell böse überrascht wurden. Bleib in Bewegung, bevor du einrückst — das erspart dir in Feldkirchen einige unangenehme Momente.

Wer sich trotzdem gezielt körperlich vorbereiten will, findet einen Trainingsplan im Artikel zur Bundeswehr Sporttest Vorbereitung.

Persönlichkeitsinterview und Beratungsgespräch

Direkt im Anschluss an den CAT steht meist ein weiterer Baustein an: ein Persönlichkeitstest am PC, gefolgt von einem Gespräch. Bundeswehr.de bestätigt allgemein ein Abschlussgespräch mit Psychologinnen und Psychologen sowie Prüfoffizierinnen und Prüfoffizieren, in dem es um Persönlichkeit, Motivation und dein Wissen über Auftrag und Aufgaben der Bundeswehr geht (bundeswehr.de – Von der Ausbildungswerkstatt zum Soldatenberuf).

Zu Details wie der genauen Fragenanzahl im Persönlichkeitstest gibt es keine offizielle Angabe von bundeswehr.de. Zahlen, die in Erfahrungsberichten kursieren, solltest du als Erfahrungswerte einordnen, nicht als bestätigten Bundeswehr-Fakt.

Was du inhaltlich mitnehmen solltest: Das Gespräch ist kein Verhör, sondern eine ergänzende Einschätzung zu deinem CAT-Ergebnis. Antworte ehrlich und konsistent — Widersprüche zwischen deinen schriftlichen Antworten und dem, was du im Gespräch erzählst, fallen erfahrenem Personal auf und wirken sich negativ aus.

Ärztliche Untersuchung — Tauglichkeitsgrade T1 bis T6

Ein zentraler Baustein ist die ärztliche Untersuchung. Laut bundeswehr.de läuft sie in zwei Schritten ab: einer Voruntersuchung durch medizinische Fachangestellte und der eigentlichen ärztlichen Untersuchung. Geprüft werden unter anderem Größe und Gewicht, Seh-, Hör- und Urintest, deine gesundheitliche Vorgeschichte sowie Skelettsystem, Herz-Kreislauf-System, weitere Organsysteme, Nervensystem sowie Hals und Kopf. Bei Bedarf erfolgt eine fachärztliche Überweisung (bundeswehr.de – Wie läuft die Musterung ab?). Ergänzend gehören laut einer bundeswehr.de-Beispielseite auch Blutdruckmessung, ein Drogenscreening und ein Herz-Kreislauf-Check dazu (bundeswehr.de – Assessment mit Einblick in den Dienstalltag).

Am Ende der Untersuchung steht ein Tauglichkeitsgrad. Aktuell gültig sind die Stufen T1 bis T6 — die frühere Stufe T7 wurde bereits im Jahr 2000 abgeschafft und existiert heute nicht mehr, auch wenn sie in manchen älteren Texten noch auftaucht (Wikipedia – Tauglichkeitsgrad, Rechtsgrundlage § 8a Wehrpflichtgesetz).

So sind die Stufen aktuell definiert:

Stufe Bedeutung
T1 — voll verwendungsfähig Keine Einschränkungen für den Dienst.
T2 — verwendungsfähig mit Einschränkung Für bestimmte Tätigkeiten geeignet, für andere nicht.
T3 — eingeschränkt verwendungsfähig Einschränkung für die Grundausbildung beziehungsweise bestimmte Tätigkeiten. Diese Stufe wird seit dem 3. Juli 2018 wieder für Freiwillig Wehrdienstleistende genutzt.
T4 — vorübergehend nicht wehrdienstfähig Aktuell nicht diensttauglich, mit Aussicht auf spätere Tauglichkeit.
T5 — nicht wehrdienstfähig Dauerhaft nicht für den Wehrdienst geeignet.
T6 — verwendungsfähig als Reservist Eingeschränkte Verwendungsfähigkeit, die für eine reservistische Verwendung ausreicht.

Bundeswehr.de selbst spricht in seinen allgemeinen Texten meist von „Tauglichkeitsgrad" beziehungsweise „Verwendungsfähigkeit" und von „vorübergehender" oder „dauerhafter" Wehrdienstunfähigkeit, ohne die einzelnen T-Stufen im Fließtext öffentlich im Detail aufzuschlüsseln (bundeswehr.de – Musterung & Assessment; bundeswehr.de – Voraussetzungen für den Dienst). Die konkrete Systematik der Stufen ergibt sich aus § 8a Wehrpflichtgesetz.

Tobi-Tipp: Ärztliche Unterlagen vorbereiten

Bring vorhandene Befunde, Krankenhaus- oder OP-Berichte, deinen Allergiepass beziehungsweise Notfallpass sowie eine Auflistung ärztlich verordneter Medikamente mit — das beschleunigt die Untersuchung erheblich. Kontaktlinsen solltest du mindestens 24 Stunden vorher nicht tragen, damit der Sehtest korrekte Werte liefert (bundeswehr.de PDF – Bewerberbroschüre Stuttgart).

Wer sich vorab über den gesamten Ablauf der Musterung informieren will, findet ergänzende Details im Artikel Musterung bei der Bundeswehr.

Was mitbringen? Zeitrahmen? Ablauf des Tages

Wie lange dein Termin dauert, hängt stark von der angestrebten Laufbahn ab. Für die Musterung beziehungsweise ein einfacheres Assessment reicht laut bundeswehr.de meist ein Tag — bei längerer Anreise stehen Unterkünfte bereit (bundeswehr.de – Musterung & Assessment). Für vollständige Assessments mit mehr Stationen, etwa bei SaZ-, Feldwebel- oder Offizierbewerbungen, sind laut bundeswehr.de eher zwei Tage einzuplanen (bundeswehr.de – Von der Ausbildungswerkstatt zum Soldatenberuf).

Das solltest du mitbringen:

(bundeswehr.de PDF – Bewerberbroschüre Stuttgart)

Zum groben Ablauf: An deinen ersten Stunden im Karrierecenter erwarten dich in der Regel Anmeldung und Unterlagenprüfung, danach der CAT-Test, im Anschluss der Persönlichkeitstest und das Gespräch, sowie die ärztliche Untersuchung — die genaue Reihenfolge und Verteilung auf einen oder zwei Tage variiert je nach Karrierecenter und Laufbahn. Verlass dich hier auf die konkreten Angaben in deiner Einladung, nicht auf pauschale Uhrzeiten aus fremden Erfahrungsberichten.

Absage-Gründe und was du dagegen tun kannst

Nicht jede Bewerbung führt zur Zusage. Laut bundeswehr.de sind die häufigsten Gründe für eine Absage:

(bundeswehr.de – Von der Ausbildungswerkstatt zum Soldatenberuf)

Die gute Nachricht: Eine Absage ist selten das endgültige Ende. Bei einem generellen Nichtbestehen ist eine erneute Bewerbung frühestens nach sechs Monaten möglich. Wer ausschließlich am Sporttest gescheitert ist — was inzwischen nur noch Offizieranwärter in Köln betrifft — darf diesen zeitnah, in der Regel innerhalb von sechs Monaten, wiederholen (Karrierecenter-Sporttest-Information, als Einordnung zur offiziellen Regelung).

Was du konkret tun kannst, wenn es nicht geklappt hat: Frag im Beratungsgespräch gezielt nach dem Grund für die Absage. Bei gesundheitlichen Einschränkungen lohnt sich die Klärung, ob diese dauerhaft oder vorübergehend sind — Letzteres kann sich mit der Zeit ändern. Bei charakterlichen oder inhaltlichen Punkten hilft es oft, sich intensiver mit den Aufgaben und dem Auftrag der Bundeswehr auseinanderzusetzen und beim zweiten Anlauf souveräner aufzutreten.

Wenn du gerade eine Absage verarbeiten musst oder dich vorbereiten willst, falls es beim ersten Versuch nicht klappt, findest du konkrete Schritte im Artikel Bundeswehr-Bewerbung abgelehnt — was jetzt?

Was der Eignungstest wirklich über deine ersten Wochen in der GA verrät

Jetzt zu dem Teil, den die meisten Erfahrungsberichte im Netz komplett auslassen. Ich war selbst nie im CAT-Test oder im Assessment Center — das ist nicht mein Bereich, ich bin Ausbilder, kein Testpersonal. Aber genau deshalb kann ich dir etwas zeigen, was die Bewerber selbst am Testtag noch nicht wissen können: Was aus dem Eignungstest tatsächlich wird, sobald die Rekruten bei mir in Feldkirchen ankommen.

In meiner Zeit als Ausbilder in der Grundausbildung habe ich zahlreiche Rekruten direkt nach ihrem CAT-Test beziehungsweise Assessment übernommen. Über die Jahre habe ich ein Muster erkannt: Der Eignungstest ist kein Zufallsgenerator. Wer im CAT und im Gespräch eine bestimmte Verwendungsempfehlung bekommen hat, kommt damit fast immer gut zurecht — vorausgesetzt, er nimmt das Ergebnis ernst, statt es als bloße Formsache abzuhaken.

Ein Muster, das mir immer wieder begegnet ist: Rekruten, die kurz nach ihrem Assessment bei mir ankamen und sich fragten „Habe ich nur einen Ausweichposten bekommen?" — weil sie nicht ihre erste Wunschverwendung erhalten hatten. In den allermeisten Fällen stellte sich in den ersten Wochen der Grundausbildung heraus, dass die Verwendungsempfehlung erstaunlich treffsicher war. Ein Rekrut, der sich unbedingt eine bestimmte Truppengattung gewünscht hatte, aber stattdessen für eine andere Verwendung empfohlen wurde, entpuppte sich in der Praxis oft genau dort als stark — weil das CAT-Ergebnis eben nicht nur Wünsche, sondern tatsächliche Fähigkeiten abbildet.

Was mir als Ausbilder auch auffiel: Rekruten mit auffällig guten Werten im Bereich Reaktionsfähigkeit und räumlichem Vorstellungsvermögen taten sich in den ersten Wochen der GA bei technischen und koordinativen Übungen sichtbar leichter — das war kein Zufall, sondern genau das, was der CAT hatte messen sollen. Und Rekruten, die im Persönlichkeitsgespräch als besonders belastbar eingeschätzt wurden, zeigten das auch unter dem Stress der ersten Tage in der Kaserne — beim Nachtmarsch, bei Zeitdruck, beim ständigen Wechsel zwischen Anspannung und Wartezeit.

Was ich Rekruten nach dem Eignungstest immer mitgebe: Das Ergebnis ist keine Schublade, aus der du nicht mehr rauskommst. Es ist eine fundierte erste Einschätzung — und wie du sie in der Grundausbildung mit Leben füllst, liegt an dir. Kameraden, die mit Zweifeln am eigenen Testergebnis ankamen, aber sich in den ersten Wochen reingehängt haben, haben ihre Startposition oft deutlich verbessert.

Tobi-Tipp: Nimm die Verwendungsempfehlung ernst, aber nicht als Urteil

Wenn du eine andere Verwendungsempfehlung bekommst als erhofft, ist das kein Beinbruch. In meinen Jahren als Ausbilder habe ich mehr Rekruten erlebt, die sich in einer „ungeplanten" Verwendung überraschend wohlgefühlt haben, als solche, die an ihrer Wunschverwendung gescheitert sind. Bereite dich lieber auf die ersten Wochen in der Grundausbildung vor, als dich am Testtag zu sehr auf ein bestimmtes Ergebnis zu versteifen.

Wer sich schon jetzt fragt, wie die Zeit nach der Zusage konkret aussieht, findet Antworten im Artikel zur Grundausbildung Vorbereitung sowie zur Basisausbildung beim Heer. Und wenn du wissen willst, wie es nach deiner Zusage mit der konkreten Verwendung weitergeht, hilft dir der Artikel zum Einplaner bei der Bundeswehr weiter.

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FAQ

Grundsätzlich durchläufst du eine Anmeldung mit Unterlagenprüfung, den CAT-Test am PC, einen Persönlichkeitstest mit anschließendem Gespräch sowie eine ärztliche Untersuchung. Je nach Laufbahn und Karrierecenter kann sich die genaue Reihenfolge und Verteilung auf ein oder zwei Tage unterscheiden (bundeswehr.de – Musterung & Assessment).

Für die Musterung beziehungsweise ein einfacheres Assessment reicht meist ein Tag, für vollständigere Assessments mit mehr Stationen sind eher zwei Tage vorgesehen (bundeswehr.de – Von der Ausbildungswerkstatt zum Soldatenberuf). Konkrete Stundenangaben zum CAT selbst variieren je nach Laufbahn und sind nicht einheitlich von bundeswehr.de festgelegt.

Logisches Denken, Reaktionsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, Mustererkennung, Rechenaufgaben unter Zeitdruck und Selbsteinschätzung — ergänzt um Bereiche wie Rechtschreibung, Allgemeinwissen sowie logisches und technisches Verständnis (bundeswehr.de – Musterung & Assessment).

Der Test ist adaptiv — die Schwierigkeit passt sich an deine bisherigen Antworten an. Das bedeutet, du bekommst tendenziell Aufgaben in einem für dich passenden Anspruchsniveau, statt an pauschal zu schweren oder zu leichten Fragen zu scheitern.

Eine offizielle Zahl nennt bundeswehr.de nicht. Angaben aus Erfahrungsberichten solltest du als groben Richtwert und nicht als bestätigten Fakt einordnen.

Häufigste Gründe für eine Absage sind fehlende gesundheitliche, charakterliche oder geistige Eignung, fehlende Bereitschaft zur Versetzbarkeit beziehungsweise zu Auslandseinsätzen oder Nichterfüllen des Mindestalters (bundeswehr.de – Von der Ausbildungswerkstatt zum Soldatenberuf).

Ja. Bei generellem Nichtbestehen ist eine erneute Bewerbung frühestens nach sechs Monaten möglich. Wer ausschließlich am Sporttest scheitert — heute nur noch relevant für Offizieranwärter in Köln — kann diesen meist zeitnah innerhalb von sechs Monaten wiederholen.

Vorliegende ärztliche Unterlagen, Allergie- beziehungsweise Notfallpass, eine Liste verordneter Medikamente, gegebenenfalls ein gynäkologisches Attest — und keine Kontaktlinsen in den 24 Stunden davor (bundeswehr.de PDF – Bewerberbroschüre Stuttgart).

Für die meisten Laufbahnen nicht mehr — der Sporttest im Karrierecenter ist seit 2026 weggefallen. Nur Offizieranwärter im Assessmentcenter Köln absolvieren weiterhin einen Sporttest mit Pendellauf, Klimmhang und 3.000-Meter-Fahrradergometer (bundeswehr.de – Musterung & Assessment).

Größe, Gewicht, Seh-, Hör- und Urintest, gesundheitliche Vorgeschichte sowie Skelettsystem, Herz-Kreislauf-System, weitere Organsysteme, Nervensystem, Hals und Kopf, ergänzt um Blutdruckmessung und Drogenscreening (bundeswehr.de – Wie läuft die Musterung ab?).

Aktuell gültig sind T1 (voll verwendungsfähig) bis T6 (verwendungsfähig als Reservist). T7 wurde bereits im Jahr 2000 abgeschafft und existiert nicht mehr (Wikipedia – Tauglichkeitsgrad, Rechtsgrundlage § 8a WPflG).

Das Eignungsfeststellungsverfahren ist ab dem Feststellungsdatum zwei Jahre gültig (bundeswehr.de PDF – Assessment für neuen Wehrdienst).

Karrierecenter gibt es deutschlandweit für die Laufbahnen unterhalb der Offiziere. Köln ist ausschließlich das Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr (ACFüKrBw) und ausschließlich für Offizieranwärter zuständig (bundeswehr.de – Assessmentcenter für Führungskräfte).

Quellen & Rechtsgrundlagen

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Gesetzestexte und offiziellen Verlautbarungen.

Tobi H. ✓ Verifiziert

Stabsunteroffizier a.D. · 8 Jahre Heer · Ausbilder Grundausbildung Feldkirchen

Stabsunteroffizier a.D., 8 Jahre Heer, Ausbilder Grundausbildung Feldkirchen. Tobi schreibt bei soldatsein.app über Bewerbung, Ausbildung und alles, was er selbst erlebt hat — ohne Beschönigung.

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